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am 25. September

Klimaschutzerklärung für Maria Enzersdorf - BürgerInnen-Initiative

Wolfgang Bernhuber - Die Klimakrise fordert unverzügliches Handeln. Trotz der aktuellen lokalen Reduktionen der Emissionen reichen diese Maßnahmen und die Geschwindigkeit der Reduktion nicht aus um die Pariser Ziele einzuhalten.

Klimaschutzerklärung für Maria Enzersdorf - BürgerInnen-Initiative - hier zum Down­load:

BürgerInnen-Initiative - Klimaschutzerklärung für Maria Enzersdorf

Die GRÜNEN Maria Enzersdorf
 

Auf der 21.UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 hat die Weltgemeinschaft vereinbart, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Damit das 1,5 Grad Ziel erreicht werden kann soll zwischen 2010 und 2030 um ca. 45 % gesenkt werden und gegen 2050 auf netto Null fallen. (Sonderbericht 1,5 °C globale Erwärmung SR1.5 des IPCC vom 8.10.2018, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderbericht_1,5_C°_globale_Erwaermung) 

Die Klimakrise fordert unverzügliches Handeln. Trotz der aktuellen lokalen Reduktionen der Emissionen reichen diese Maßnahmen und die Geschwindigkeit der Reduktion nicht aus um die Pariser Ziele einzuhalten. Deswegen fordert die Fridays for Future Bewegung aufgrund der dramatischen Entwicklungen ein unverzügliches Senken der Emissionen damit die Pariser Ziele erreicht werden.

Immer deutlicher werden die Auswirkungen des Klimawandels, die Szenarien der Wissenschaft werden immer präziser – und es wird ihnen immer weniger widersprochen: die selbstverursachte Erderwärmung wird zu einer existenzbedrohenden Entwicklung.  
Die Gemeinde Maria Enzersdorf ist seit 2000 Mitglied im Klimabündnis Österreich und verfolgt seit vielen Jahren eine Politik, die auf Energieeinsparung und Effizienz in der Nutzung von Ressourcen ausgerichtet ist: Maria Enzersdorf bezieht Strom, der zu 100% aus nachhaltiger Produktion stammt und hat den Wärmebedarf aller Gemeindegebäude ab 2007 von Öl und Gas an das Biomasse-Fernheizwerk der EVN angeschlossen (verwendet fast ausschließlich nachwachsende Rohstoffe) Die Gemeinde hat 2010 das größte Passivhaus Kinderbetreuungszentrum (Klimaaktivhauszertifiziert) errichtet und damit 90 % des Gebäudeenergiebedarfes eingespart.

Wir als BürgerInnen fordern den Gemeinderat der Gemeinde Maria Enzersdorf auf folgende Punkte und Maßnahmen zu beschließen:

Ziel ist letztlich die klimaneutrale Gemeinde 2035: Es dürfen nicht mehr CO2-
Emissionen erzeugt werden, als die Natur in der Lage ist zu absorbieren. Anstrengungen dazu müssen auf sämtlichen Bereichen der Gemeindeverwaltung angestellt werden.   



Klimaschutzrichtlinie der Gemeinde Maria Enzersdorf: 

1) Ab sofort werden bei sämtlichen Beschlüssen des Gemeinderats mit klimarelevanter Agenda die klima/ökologischen Auswirkungen geprüft und dargestellt. Maßnahmen mit positiver Auswirkung auf die Treibhausbilanz werden bevorzugt umgesetzt. 

2) Das Bauamt erarbeitet bis Ende des Jahres Vorschläge für eine Adaptierung der Bebauungsvorschriften zur besonderen Berücksichtigung klimarelevanter Aspekte 

3) Bei Mobilitätsplanungen ist jeweils die Auswirkung auf die Wahl der Verkehrsmittel (Anteil an ÖPNV, Radverkehr, FußgängerInnen,  Modal Split) mitzudenken und darzustellen. Ein flächendeckender Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur für RadfahrerInnen, FüßgängerInnen, Ausbau von E-Sammelbussystemen, E-
Ladestellen, besonders im Bereich von Mehrfamilienwohnhausanlagen. Ziel jeder Maßnahme ist, den Anteil der CO2 neutralen Mobilität zu erhöhen. 

4) Bei Maßnahmen mit Energieverbrauch sind die Auswirkungen auf den Gesamtenergieverbrauch und die CO2-Emissionen in einer Vergleichsrechnung zu berechnen und darzustellen. Ziel ist die Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs. Es ist jedenfalls die Technologie mit der besten Effizienz und 0-Emissionen zu bevorzugen.  
Im Rahmen dieses Programms sind in den nächsten drei Jahren alle gemeindeeigenen Dächer, Parkplätze für die Produktion von Solarstrom zu nutzen um den eigenen Jahresstrombedarf möglichst zur Gänze aus Sonnenenergie herzustellen und mit Pufferspeicheranlagen auszustatten.

5) Jede Entfernung von Bäumen im öffentlichen Raum ist durch die Neupflanzung mindestens im Verhältnis 1:1 zu ersetzen.  
Im eigenen Wirkungsbereich wird die Gemeinde eine Erhöhung des Baumbestands um mindestens 100 neue Baumpflanzungen (neue Baumalleen, Beschattete Wege und Plätze, kühle Zonen) gewährleisten. 

6) Die Gemeinde ist offen für Neuerungen und innovative technische Verfahren zur Reduktion von Emissionen und generell des Ressourcenverbrauchs, ggf. auch in Form von Pilotprojekten. So ist es auch feste Absicht, Erneuerungen in allen Bereichen der  Gemeinde nach Möglichkeit mit den aktuell besten und klimaverträglichsten Techniken zu lösen. 

7) Die Gemeinde Maria Enzersdorf wird auch im Bereich der internen Verwaltung der Energieeffizienz, der CO2-Reduktion und dem sparsamen Ressourcenverbrauch Beachtung schenken.

 
Die Grünen Maria Enzersdorf