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am 29. Juli 2016

Stellungnahme zu NÖN-Artikel "Betonhölle Südstadt?"

Alfred Pleyer - Seit Jahren schon schwelt das Thema, weil EVN-Mitarbeitende den Parkplatz flächendeckend belegen und niemand anderer dort Stellplätze für Einkäufe finden kann...

Stellungnahme zum Artikel in der Mödlinger NÖN Nr.28/2016 vom 13.7.2016 "Betonhölle Südstadt?"

http://noen.at/moedling/maria-enzersdorf-betonhoelle-suedstadt/17.975.630

In der Zeitung der Maria Enzersdorfer Grünen „Unser Ort“ Ausgabe 2/2016 wird berichtet, dass es seit der Volksbefragung am 22.3.2015 gegenüber dem „Broschüre-Projekt“ der Voreigentümerin Conwert zu nicht nachvollziehbaren Änderungen, Modifikationen, Erweiterungen und Vergrößerungen kam, die nun ein umfangreicheres und deutlich größeres neues Bauvorhaben ermöglichen.

Jetzt könnte legal ein Projekt bewilligt werden, dass doppelt so groß ist, als jenes über das im Rahmen der Befragung abgestimmt wurde.

Seit der Abstimmung über das „Broschüre-Projekt“ wurden seitens der Verantwortlichen in der Gemeinde die Interessen der Grundeigentümer bevorzugt und die Bedürfnisse und Wünsche der SüdstädterInnen hintangestellt. Die Bürgerinnen und Bürger haben keinen Nutzen und dürfen weiterhin warten und hoffen.

Das Projekt Südstadtzentrum ist der Gemeinde offensichtlich entglitten. Der nun gültige Bebauungsplan wird hauptsächlich dem Gewinnstreben und den Renditen dienen. Das resultierende Projekt wird den Bedürfnissen der Bevölkerung nicht gerecht werden und dem Ansehen der Südstadt letztlich mehr schaden als nützen.

Parkplatz Südstadtzentrum – Asphalt statt Grünflächen?

Der bestehende Parkplatz auf Gst.1164/3 weist eine Größe von 13.618m² auf.

Zwecks Hebung der Rentabilität wird nun dieser- bis dahin öffentliche Parkplatz – von der Gemeinde unentgeltlich und auf unbestimmte Dauer (!) der Firma Kapital & Wert überlassen. Weiters wurde dem Bauträger ein Teil als „private Verkehrsfläche“ genehmigt und soll nicht mehr öffentlicher Grund sein.

Da die Zahl von PKW-Stellplätzen für das damalige Conwert-Projekt dennoch nicht reichte, wurden von der Gemeinde überdies vier unberührte Grünflächen im Gesamtausmaß von 2.624m² in Verkehrsflächen umgewidmet, damit sich auch der neue Bauträger weitere PKW-Stellplätze bauen darf. Man möchte sechs Bäume fällen und grüne Wiesen-Ensembles (im Foyer der Südstadt) opfern und asphaltieren. Im Endausbau soll es 312 Stellplätze geben.

Wer aller stellt hier Autos ab?

Werktags ist jeden Tag das gleiche Schauspiel zu beobachten: der riesige Parkplatz ist bereits um 8:45Uhr in der Früh voll, also schon VOR Geschäftsbeginn völlig verparkt. Etwa die Hälfte der abgestellten Fahrzeuge haben kein Mödlinger MD-Kennzeichen.

Für die Suche von freien Parkplätzen dringen Kundinnen ab 9Uhr folglich tiefer in das Südstadt-Wohngebiet vor und belegen mit ihren Autos dort dann Parkplätze der Anrainer- oder geben auf und fahren weiter. Die Belastbarkeit der Geschäftsleute sowie der BewohnerInnen (mangels Lebensmittel-Nahversorger) wird durch diese Interessens-Kollisionen zusätzlich überschritten.

Der große Parkplatz wird offensichtlich nicht im Sinne der EKZ-Geschäftswelt gedeihlich bewirtschaftet, sondern eventuell eher für P&R (Park & Ride) genützt und deshalb soll erweitert werden. Grünflächen werden asphaltiert, unsere Gegend wird deswegen versiegelt und verschandelt. Das kann nicht sein, es handelt sich hier um unsere Umwelt. Wie wollen wir es halten mit den Themen Natur? Ortsbild? Sichtschutz?

An heißen Tagen und in Tropennächten ist die Hitzebelastung in der Südstadt enorm. Dunkle Asphaltflächen strahlen mehr Hitze ab und tragen zur Temperaturerhöhung bei. Für das urbane Mikroklima ist jeder einzelne schattenspendende Baum enorm wichtig. Daher sind für uns Südstädter der Schutz und die Pflege des Grünanteils sowie der Bäume (über-)lebenswichtig.

Soll der Osten der Südstadt zur Asphaltwüste werden? Zum Hitzepol?

Zerstörung der Bodenstruktur durch „die Autos“

Wir staunen, wenn wir davon lesen, dass in Österreich täglich 2-3ha Landschaft verbaut/ versiegelt werden: jetzt erleben wir hautnah, wie es in der Praxis der Kommunalpolitik funktionieren kann und Umweltzerstörung auf Kosten der Lebensqualität der Bewohner und ohne Nutzen für die Bevölkerung durchgezogen wird.

Das vorliegende Konzept scheint ausschließlich dem Gewinnstreben und den Renditen zu dienen. Das resultierende Projekt wird den Bedürfnissen der Südstädter Bevölkerung nicht gerecht werden und dem Ansehen der Südstadt letztlich mehr schaden als nützen. Die Grünen fordern Schluss mit dem Unfug! Wir wollen die Einsetzung des vorherigen Zustands: Rückwidmung der Gst. 1164/28, 1164/29, 1164/400 und 1164/523 in Grünflächen statt Verkehrsflächen! Wir fordern Entsiegelung statt Versiegelung!

Wir wünschen uns mehr Sensibilität für die Bedürfnisse aller Generationen. Die Weiterentwicklung des Südstadtzentrums kann nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung gewährleistet werden. Für den eventuellen Fall eines Neubaus des Südstadtzentrums fordern die Grünen das Selbstverständliche, nämlich die Schaffung der notwendigen etwa 300 Stellplätze durch den Bauträger auf deren Liegenschaft, dem Grundstück Gst.Nr. 1164/287 selbst, zum Beispiel in Form einer Tiefgarage.

Es sollen jetzt ernsthaft SECHS BÄUME gefällt werden um VIER WIESEN zu asphaltieren, damit sich der neue Bauträger zusätzlich 73 PKW-Stellplätze errichten kann. Das ist nicht akzeptabel.

Die Grünen fordern für Maria Enzersdorf einen Richtungswechsel.

Mag. Alfred Pleyer